Wer mit dem Gedanken spielt, seine Immobilie zu verkaufen, steht unweigerlich vor der wichtigsten aller Fragen: Wie viel ist mein Haus wert? Die korrekte Immobilienbewertung entscheidet maßgeblich über den Erfolg oder Misserfolg des gesamten Verkaufsprozesses. Ein zu hoher Preis schreckt Käufer ab und macht das Objekt zum Ladenhüter; ein zu niedriger Preis verschenkt Ihr hart verdientes Vermögen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie sich der Immobilienwert ermitteln lässt, welche Faktoren den Marktwert der Immobilie bestimmen und warum eine professionelle Hausbewertung unerlässlich ist.
Das Risiko der emotionalen Preisfindung
Viele Eigentümer machen den Fehler, den Angebotspreis für den Hausverkauf anhand eigener Wünsche oder emotionaler Bindungen festzulegen. Da werden die Arbeitsstunden für den selbst gebauten Gartenteich oder Erinnerungen eingepreist. Doch Kaufinteressenten schauen rational auf die harten Fakten. Um den echten Verkehrswert zu finden, müssen Emotionen außen vor bleiben. Nur eine objektive Immobilienbewertung spiegelt wider, was der Markt tatsächlich zu zahlen bereit ist. Wenn Sie Ihr Hauswert berechnen, müssen Sie die aktuelle Zinssituation, Angebot und Nachfrage in Ihrer Region sowie gesetzliche Neuerungen (z.B. Energiegesetze) berücksichtigen.

Option 2: Das geerbte Haus vermieten
Wenn Sie das Haus geerbt haben, aber nicht selbst einziehen möchten, scheint die Vermietung eine lukrative Einnahmequelle zu sein. Die Immobilie bleibt im Familienbesitz und generiert monatliche Einnahmen. Doch Vorsicht: Eine geerbte Immobilie zu vermieten, bedeutet auch Arbeit. Sie übernehmen alle Pflichten eines Vermieters, von der Nebenkostenabrechnung bis hin zur Instandhaltung. Zudem fallen Mieteinnahmen unter die Einkommensteuer. Wenn das Haus renovierungsbedürftig ist, müssen Sie zunächst Kapital investieren, bevor Sie das geerbte Haus vermieten können. Eine genaue Renditeberechnung ist hier unerlässlich.

Option 3: Die geerbte Immobilie verkaufen
Für viele Erben ist es der sinnvollste und sauberste Weg, das geerbte Haus verkaufen zu wollen. Wenn Sie die Immobilie verkaufen, erhalten Sie sofort liquide Mittel, die Sie anderweitig investieren oder zur Schuldentilgung nutzen können. Sie befreien sich von laufenden Kosten, Instandhaltungsrisiken und der administrativen Last. Besonders wenn sich das Objekt nicht in Ihrer Nähe befindet, ist es oft ratsam, die geerbte Immobilie verkaufen zu lassen, idealerweise durch einen professionellen Immobilienmakler vor Ort, der den regionalen Markt genau kennt.
Sonderfall: Die Erbgemeinschaft
Sehr oft wird eine Immobilie geerbt, aber es gibt nicht nur einen Alleinerben, sondern eine Erbengemeinschaft. Dies ist einer der häufigsten Konfliktherde. In einer Erbengemeinschaft gehört jedem Erben ein Anteil am Gesamtnachlass, und Entscheidungen über das geerbte Haus können nur einstimmig getroffen werden. Möchte einer behalten, der andere vermieten und der dritte die Immobilie verkaufen, ist Streit vorprogrammiert. Hier ist der Verkauf und die anschließende Aufteilung des Erlöses oft die fairste und friedlichste Lösung. Sollte keine Einigung erzielt werden, droht im schlimmsten Fall die Teilungsversteigerung, die jedoch meist zu erheblichen finanziellen Einbußen für alle Beteiligten führt.
Der erste Schritt: Eine professionelle Immobilienbewertung
Egal, für welchen Weg Sie sich letztlich entscheiden: Bevor Sie handeln, müssen Sie wissen, worüber Sie überhaupt sprechen. Eine fundierte Immobilienbewertung ist das Fundament jeder Entscheidung. Nur wenn Sie den exakten und aktuellen Marktwert kennen, können Sie Mieten fair kalkulieren, Miterben in einer Erbengemeinschaft realistisch auszahlen oder den richtigen Angebotspreis festlegen, wenn Sie das geerbte Haus verkaufen. Verlassen Sie sich hierbei nicht auf Online-Schnelltests, sondern lassen Sie den Wert von einem Fachexperten vor Ort ermitteln.
